Was kann getan werden?

Die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen spielt eine große Rolle für unser Wohlbefinden, die Gesundheit und auch für den Erhalt der Bausubstanz. Der optimale Bereich liegt in der Regel zwischen 40 % und 55 %. Abweichungen nach oben oder unten können verschiedene Probleme verursachen.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schimmelbildung, unangenehmem Geruch und einem Gefühl von Schwüle führen.

Ursachen:
  • Alltägliche Aktivitäten: Kochen, Duschen, Wäschetrocknen in der Wohnung und sogar das Atmen setzen viel Wasserdampf frei.
  • Mangelnde Lüftung: In modernen sanierten Gebäuden fehlt oft der natürliche Luftaustausch, und falsches oder zu seltenes Lüften verstärkt das Problem.
  • Bauschäden/Mängel: schlecht gedämmte Wände, Wärmebrücken oder Restfeuchtigkeit nach Bauarbeiten können ebenfalls Ursachen sein.
  • Pflanzen und Aquarien: Viele Pflanzen und offene Aquarien geben ebenfalls Feuchtigkeit an die Raumluft ab.
Was tun bei zu hoher Luftfeuchtigkeit?
  • Richtig lüften (Stoßlüften/Querlüften): Das ist die wichtigste und effektivste Maßnahme. Öffnen Sie mehrmals täglich (3-4 Mal) für 5-10 Minuten alle Fenster weit, um einen Durchzug zu erzeugen. Gekippte Fenster sind ineffektiv und kühlen die Wände unnötig aus.
  • Im Sommer: Lüften Sie morgens und abends, wenn die Außenluft kühler und trockener ist. Wichtig: Niemals bei hohen Außenlufttemperaturen in kühle Räume hineinlüften, da es hier sehr schnell zur Kondensation und im weiteren zur Schimmelbildung kommt.
  • Nach dem Duschen/Kochen: Lüften Sie das Bad oder die Küche sofort gründlich, und halten Sie die Türen zu anderen Räumen geschlossen, um die Feuchtigkeit dort zu halten.
  • Wäschetrocknen: Trocknen Sie Wäsche, wenn möglich, draußen. Wenn Sie sie drinnen trocknen müssen, sorgen Sie für gute Belüftung.
  • Heizen: Eine höhere Raumtemperatur kann dazu beitragen, dass die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, bevor sie kondensiert. Achten Sie auf eine angemessene Raumtemperatur (z.B. 20-22 °C in Wohnräumen). Vermeiden Sie es, einzelne Räume gar nicht zu heizen, da sich dort Feuchtigkeit sammeln kann, die auf kalten Oberflächen kondensiert und dort zu Schimmel führt.
  • Luftentfeuchter: Elektrische Luftentfeuchter sind eine schnelle und effektive Lösung, besonders in Kellern oder Räumen mit hartnäckiger Feuchtigkeit. Es gibt auch Modelle mit Granulat (z.B. Calciumchlorid), die ohne Strom funktionieren.
  • Möbel richtig platzieren: Lassen Sie etwas Abstand (5-10 cm) zwischen großen Möbelstücken und Außenwänden, um die Luftzirkulation zu gewährleisten und Kondenswasserbildung zu vermeiden.

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit

Trockene Luft kann zu trockenen Schleimhäuten, Augenreizungen, Hautreizungen und erhöhter Anfälligkeit für Infekte führen. Auch Möbel und Holzfußböden können darunter leiden.

Ursachen:
  • Heizungsluft: Besonders im Winter, wenn viel geheizt wird, ist die Außenluft kalt und kann wenig Feuchtigkeit speichern. Beim Erwärmen im Raum sinkt die relative Luftfeuchtigkeit noch weiter ab.
  • Klimaanlagen: Auch Klimaanlagen entziehen der Luft Feuchtigkeit. Achtung: Nach Möglichkeit sollte der Einsatz von Klimaanlagen in Wohnanlagen wegen hohen Stromverbrauchs vermieden werden.
Was tun bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit?
  • Lüften (intelligent): Auch bei trockener Luft ist Lüften wichtig. Bei feuchter Außenluft (z.B. nach Regen) können Sie durch Stoßlüften etwas Feuchtigkeit hereinlassen. Im Winter nur kurz lüften, um nicht zu viel Feuchtigkeit nach draußen zu befördern.
  • Zimmerpflanzen: Pflanzen geben Feuchtigkeit über ihre Blätter ab und können so zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit beitragen. Besonders geeignet sind Pflanzen, die viel Wasser benötigen (z.B. Zyperngras, Grünlilie, Drachenbaum).
  • Wasserschalen/feuchte Tücher: Stellen Sie Wasserschalen auf Heizkörper oder hängen Sie feuchte Tücher auf. Das verdunstende Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit.
  • Wäsche in der Wohnung trocknen: Wenn die Luft sehr trocken ist, kann das Trocknen von Wäsche in der Wohnung (mit guter Lüftung danach) helfen.
  • Luftbefeuchter: Elektrische Luftbefeuchter sind eine effektive Methode, um die Luftfeuchtigkeit gezielt zu erhöhen. Achten Sie auf regelmäßige Reinigung, um Keimbildung zu vermeiden.
  • Zimmerbrunnen/Aquarien: Diese können ebenfalls zur Luftfeuchtigkeit beitragen und sind zusätzlich dekorativ.
  • Heizung herunterdrehen: Drehen Sie die Heizung nicht höher als nötig. Weniger Heizwärme bedeutet weniger trockene Luft.

Fazit

Eine optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 55 % ist entscheidend für Gesundheit, Wohlbefinden und den Erhalt der Wohnung. Durch richtiges Lüften, angepasstes Heizen sowie den gezielten Einsatz von Luftent- oder -befeuchtern lässt sich sowohl zu feuchte als auch zu trockene Raumluft wirksam regulieren.

Klimaneutrale Energie Agentur Steiermark